Wie im Vorjahr sollte auch dieses Jahr das Auswärtsspiel der Amateure in Dresden mal wieder an einem Samstag, zeitgleich mit einem Profispiel stattfinden. War es letztes Jahr noch das Auto vom B2, welches seine Dienste schon in Greding für immer einstellte und die Weiterfahrt erheblich verzögerte, waren es dieses Jahr ein polnischer Kleinlaster und ein LKW, welche sich in einem Gerangel auf der A72 kurz vor Chemnitz auf ein unentschieden einigten, wobei der LKW im Graben landete und der Pole auf der Seite liegen blieb. Dank der Polizei, welche in der Ausfahrt noch mit einem Stauwarner stand, aber niemanden darauf hinwies, daß die Autobahn mehrere Stunden gesperrt sein würde, fanden wir uns wenige Meter später im absoluten Stillstand. Die Stimmung war da schon gereizt, obwohl wir noch komfortable 4,5 Stunden bis zum Anstoß hatten. Lediglich der Allinger konnte die Nervosität flach halten und beschwor uns, daß wir es pünktlich zum Spiel schaffen würden. Nachdem eine Stunde vergangen war und wir uns noch keinen Millimeter bewegt hatten, fragte Sven einen LKW-Fahrer nach der Lage und dieser erklärte, daß schweres Gerät im Einsatz sei. Da war für mich schon Alarm angesagt und als wir erfuhren, daß der LKW vom Kran gerutscht sei war klar, daß wir aus dem Stau rausmüssen, egal wie. Sven und Marcel entschieden sich zur nächsten Ausfahrt zu gehen um nachzusehen was die Ableitung so macht. Als wir schließlich von der Autobahn runter waren, war die Stimmung immernoch angespannt, doch der Allinger wußte mit ein paar Klassikern aufzuwarten, als er die erste verfallenen Hütte erblickte. "Da ist schon die erste DDR-Ruine, wohl die Schwarze Pumpe!!" Angesichts der Autos, welche höchst semilegal rückwärts von der Autobahn auf die Ausfahrt fuhren, gab es den nächsten Brüller: " Ich fühl mich hier wie im Krueger Nationalpark, gegen die Fahrtrichtung fahren und 200 Affen rückwärts überholt, die Gradewegs bis zur Sperre vorfahren!"
Als wir durch die tiefste sächsische Pampa fuhren, in der Hoffnung, daß wir das Spiel noch pünktlich erreichen würden, stellte er schließlich fest: " Da ist ne Sperrung auf der Autobahn und Du fährst einen Umweg durch irgend welche Käffer und dann sitzt da so ein Ossi am Fahrersitz!!!" Kaum hatten wir ausgelacht kam sogleich:"Rückwärts auf der Autobahn 700 Meter auf dem Standstreifen fahren, ist wie Schwarzgeld reinwaschen!"
So heiterte sich unsere Stimmung endlich wieder auf und als das Navi zeigte, daß wir rechtzeitig am Stadion ankommen sollten, war eigentlich alles wieder in Ordnung. Da erblickte der Autospaßbeauftragte einen Königreichssaal. " Da ist ja ein Königreichssaal der Zeugen Jehovas, daß es sowas bei Euch gibt!?? Habt ihr die bei uns eingeschleustDie meisten Leute die ich aus dem Osten kenne waren garnichts!"
Als wir dann endlich am abgesperrten Parkplatz am Stadion ankamen und noch genügend Zeit zum Anstoß hatten war die Laune wieder bestens. Das Stadion, welches nun auch fertiggestellt war wußte zu gefallen und auch der Gästeblock füllte sich mit immerhin 53 Gästefans.
Zu Beginn gab es die gewohnte Spruchband-Choreo Richtung DFB und ZIS und auch das Spiel begann vor 10757 Zuschauer mit leichter Feldüberlegenheit unserer Mannschaft. Schon nach 5 Minuten hatte Sene die erste gefährliche Torchance, scheiterte aber am Dresdner Schlußmann. Die Mannschaft spielte gut und erspielte sich auch eine leichte Chancenmehrheit, konnte diese aber leider mal wieder nicht nutzen und vergab auch noch eine absolut 100%ige. Allen war klar, daß sich das alsbald rächen würde und so kam in der 26. Minute Dresdens Müller nach einer Ecke an den Ball und konnte problemlos zum 1-0 einnetzen. Unsere Jungs waren jetzt etwas von der Rolle und so kamen die Hausherren sofort zu einigen hochkarätigen Torgelegenheiten, konnten diese aber unter anderem dank dem starken Thomas Kraft nicht nutzen. Dresdens Trainer Mauksch wurde wegen Meckerns in der 40. Minute auf die Tribüne geschickt, was für die Platzherren ohne Folgen blieb.
Nach dem Seitenwechsel kam das Spiel bis zur 60. Minute nur langsam in Fahrt, doch Gundersens Schuß ging nur ans Außennetz. Nach Vorne ging bei Mehmet Scholls Truppe nun garnichts mehr, wenige Ideen und mehr mit dem Kopf durch die Wand oder zu berechenbare Versuche über die Außen einen hohen Ball in den Strafraum zu bringen scheiterten kläglich, da die Dresdner Abwehr jetzt gut stand und so jeden Vorstoß am Strafraum im Keim erstickte. In der 71. Minute verfehlte Dresdens Kegler das Tor von Thomas Kraft nur knapp aus kurzer Distanz, aber in der 85. Minute war es dann soweit und die Platzherren entschieden das Spiel als Gundersen zum 2-0 einschob.























